Einmal Mähen, dann Vertikutieren, dann Düngen

Die Frühjahrskur für den Rasen

Einmal Mähen, dann Vertikutieren, dann Düngen. So sollte die Frühjahrskur für Rasenflächen nach dem Winter aussehen.
Läßt das Wetter es zu, kann man Ende März mit dem ersten Mäheinsatz eine Grundsauberkeit der Fläche herstellen. Das erste Mähen dient gleichzeitig, als Räumschnitt für liegengebliebene Blätter und kleine Zweige.

In schattigen Bereichen, vernässten, verdichteten und kalkarmen Stellen macht sich im Rasen oft Moos breit. Nach einer Behandlung mit Eisensulfat stirbt es ab und kann ausgeharkt werden. Moos sollte in jedem Fall entfernt werden, egal ob es tot oder lebendig ist. Moos wird einem Vertikutiergerät entfernt. Es gibt elektrisch betriebene oder mechanische Geräte, wobei sich elektrische Vertikutierer nur für größere Rasenflächen lohnen. Filz und Moos werden durch senkrecht stehende Messer oder Krallen entfernt. Die Messer dürfen nicht tiefer als 5mm in den Boden eindringen, da sonst die Rasenwurzeln verletzt werden.

vertikutierte Rasenfläche

   Häufig ist die Rasenfläche nach dem Vertikutieren komplett

   braun. Auf schwere Böden kann man nach dem Vertikutieren
   etwas Sand ausstreuen. Wird sofort gedüngt und gewässert,
   ist die Grasnarbe schon bald wieder dicht.       

Bleibt nach Regen Pfützen auf dem Rasen stehen, kann ein verdichteter Boden die Ursache sein. Die entsprechenden Zonen einfach mit einer Grabegabel perforieren.
Rasenunkräuter wie Löwenzahn oder Wegerich bilden flache Blattrosetten, die der Rasenmäher nicht erfasst. Da hilft am besten  das wurzeltiefe ausstechen der Unkräuter mit einem scharfen Messer. Falls die Rasenunkräuter schon überhand genommen haben, sollte man zum Düngen ein Kombi-Präparat wählen, in dem auch ein Unkrautbekämpfungsmittel enthalten ist.

Häufige Rasenunkräuter

Weißklee (Trifolium repens) ist ein Rasenunkraut mit bis zu 30cm langen Ausläufern. Wo ergedeiht, ist der Boden auch für Rasen günstig.

Gänseblümchen (Bellis perennis) sind ein häufiges Rasenunkraut. Das Öffnen und Schließen der Blüten zeigt das Wetter an. Die Blätter können für Salate verwendet werden.

Gamander-Ehrenpreis (Veronica chamaedrys) bildet Ausläufer ähnlich dem Klee und kann am besten durch Vertikutieren vermindert werden.

Löwenzahn (Taraxacum officinale) wächst in nährstoffreichen Böden.

Der Löwenzahn kann mitsamt Wurzel aus Rasen ausgestochen werden.

Großer Wegerich (Plantago major) zeigt an, daß der Rasen stark verdichtet
ist. Wasserpfützen und geringer Rasenwuchs sind die Folge der Verdichtung.
Hier langt schon das Lockern mit der Grabegabel.
 
Kahle Stellen im Rasen kann man mit der derselben Saatmischung nachsäen. Sollen die Kahlstellen schnell begrünt werden, erreicht man dies durch Ausbessern mit Rasensoden oder evtl. bei großen Flächen mit Rollrasen.
Anschließend sollte in jedem Fall, die erste Düngung vorgenommen werden. das geschieht am besten mit Hilfe eines Düngerstreuers, um die Streumengen exakt zu dosieren. Denn auch ein zu viel an Dünger bedeutet, daß der rasen sich gelb färbt und verbrennt.
Zu empfehlen sind zwei Düngergaben pro Jahr: Einmal im März/April und einmal Ende Mai/Anfang Juni. Es sollte ausschließlich spezieller Rasendünger verwendet werden, denn der Rasen braucht eine ganz eigene Nährstoffkombination um optimal zu gedeihen.
Kalk unterstütz die Düngung, da er die Verfügbarkeit der Nährstoffe beeinflußt. Einmal im Jahr sollte eine sogenannte Erhaltungskalkung erfolgen. dadurch wird der pH-Wert des Bodens erhöht (d.h. entsäuert). Viele Moose mögen nämlich nur sauren Boden.
Mineralischer oder organischer Dünger sind grundsätzlich gleich gut.
Organische unterstützen zu dem das Bodenleben und damit die Bodenstruktur, mineralische lassen sich oft besser streuen. Beachten sollte man aber auch die aktuelle Diskussion zur BSE-Gefahr, die möglicherweise von organischen Düngern ausgeht.
Rasendünger selber gehören keiner Gefahrenklasse an selbst dann nicht, wenn sie Unkraut- und Moosvernichter enthalten. Trotzdem sollte der Rasen erst nach dem nächsten Schnitt wieder betreten werden.
Vorsicht bei Präparaten mit Moosvernichter, die Eisen enthalten, es kann Rostflecke hinterlassen.
Viel Spaß bei der Frühjahrskur